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Kleines IKT-Glossar (O U)

Ein Leitfaden durch den Begriffsdschungel

Fachvorträge, Whitepapers, Software-Dokumentationen und nicht zuletzt auch journalistische Arbeiten im Umfeld der Informations- und Kommunikations-technologien (IKT) sind voll davon. Die Rede ist von Fachterminologie, Firmen- Jargon oder einfach nur Schlagworten. Auch der zweite Teil dieses Glossars zur industriellen Computerwelt soll Ihnen dabei helfen, eine Orientierung in diesem oftmals unübersichtlichen Begriffsdschungel zu finden.

On Demand:
Unter diesem Begriff versteht man Applikationen, die über das Internet genutzt werden. Eine klassische Software-Installation auf hauseigenen Servern findet bei On Demand nicht mehr statt. Im Unterschied zu Software as a Service sind diese Internet-Anwendungen nicht in jedem Fall auch über Mietverträge definiert. Teilweise bestehen sie auch aus Überlassungsverträgen mit eingebundenen Regelungen zu Upgrades und Versionsveränderungen. Siehe auch die Einträge zu Application Hosting im ersten Teil dieses Glossars und Software as a Service weiter unten.

One-Stop-Shopping:
Die Grundidee des One-Stop-Shopping ist es, auf einer Website – dem sogenannten „Portal“ – sämtliche anfallenden Geschäftsvorgänge durchzuführen, z. B. eine neue Wohnung zu mieten oder ein Auto zu kaufen. Das Konzept ordnet jedem Kunden einen persönlichen Betreuer zu, der alle für eine Auftragsabwicklung erforderlichen Daten einsehen kann. Dazu gehören die Historie von Lieferscheinen und Rechnungen ebenso wie die Liste der offenen Posten. Bei einer Auftragsannahme sieht er sowohl die Ausnutzung des Kreditlimits als auch das Zahlungsverhalten des Kunden. Andererseits zeigt ihm das System auch den Bestand von Waren an, um sofort Liefertermine vereinbaren zu können.

RFID (Radiofrequenzidentifikation):
Die auf Elektromagnetismus beruhende RFID-Technik identifiziert Objekte mit Hilfe von Radiowellen. Das System besteht aus zwei Komponenten, dem Lesegerät und dem Transponder. Das Lesegerät fungiert als Schnittstelle zwischen einer Software-Anwendung und dem Transponder, dem eigentlichen Datenträger eines RFID-Systems. Vergleichbar mit Chipkarten werden die Informationen im RFID-System auf einem elektronischen Datenträger gespeichert und sind von dort aus abrufbar. Die Daten werden über das Lesegerät ausgelesen und an einen Rechner übermittelt. Sendet ein RFID-Lesegerät ein Funksignal aus, antwortet der in der Nähe befindliche Transponder, indem die gespeicherten Daten über das Lesegerät auf die Applikation übertragen werden. Je nach Verwendungszweck kommen unterschiedliche Typen in Frage: batteriebetriebene aktive Transponder und passive Transponder. Letztere sind in der Anschaffung günstiger, weil sie ohne Batterie auskommen, werden allerdings in der Regel auch nur einmal benutzt.

Rollout, oder ausrollen:
Ausrollen oder „Rollout“ bedeutet in der IT-Fachsprache, im beauftragenden Unternehmen einen neuen IT-Arbeitsplatz mit dem vom Outsourcing-Dienstleister erstellten Software-Basis-Image für alle Endanwender einzurichten, die Altdaten zu migrieren und die Altgeräte sicher zu entsorgen. „Rollout“ ist letztlich ein Prozess, der neben Logistik-Kompetenz vor allem die Konfiguration (HOST-Sessions) jedes einzelnen Arbeitsplatzes mit anschließender Einweisung der Anwender und Datenmigration erfordert.

Vor dem eigentlichen „Rollout“ bedarf ein Outsourcing-Projekt einer umfassenden Inventur, auch Site Survey genannt, wo die bisherige IT-Landschaft einem gründlichen Check unterzogen wird. Hierbei werden alle existierenden Geräte- und Konfigurationsdaten sowie darüber hinausreichende Kundenwünsche aufgenommen.

ROI (Return on Investment):
Heute findet unter dem Einfluss knapper Kassen wieder eine Besinnung auf betriebswirtschaftliche Grundprinzipien statt. Die Anwendung von Kosten-Nutzen-Analysen ist daher ein Weg, um zu Aussagen hinsichtlich des Sinns oder Unsinns von Investitionen zu kommen. Grundlage dafür sind meist Kostenanalysen für die Anschaffung und den laufenden Betrieb. Zunächst stößt man in der Praxis auf die Größe „Total Cost of Ownership (TCO)“. Oftmals reichen diese Betrachtungen bei „niederpreisigen“ Investitionen mit erwarteter kurzfristiger Wirkung bereits aus. Wenn aber große Investitionen ins Haus stehen und u.U. das gesamte Unternehmen betroffen sein wird, sind Kosten-Nutzen-Betrachtungen bzw. ROI-Analysen unerlässlich. Dabei geht es vor allem um mittel- bis langfristige Wirkungen.

SAP APO (Advanced Planner and Optimizer):
Diese zentrale Software-Komponente aus dem Hause SAP ist ein externer Zusatz für ein Enterprise Ressource Planning- (ERP-) oder Warenwirtschaftssystem für die Optimierung der unternehmensübergreifenden Logistikkette. Man spricht daher auch vom Supply Chain Management. SAP APO bietet Software-Werkzeuge für eine Echtzeitplanung und Entscheidungsunterstützung in der Logistik, das heißt, eine synchronisierte Planung zwischen allen Beteiligten in der Logistikkette – vom Lieferanten bis zum Kunden – ist möglich. Integriert ist beispielsweise eine grafische Modellierung des gesamten Liefernetzes. Informationen wie Kundenwünsche, Produktionspläne und Verfügbarkeit werden dem Anwender über das Supply Chain Cockpit zur Verfügung gestellt. Ein Paket von Prognose- und Planungswerkzeugen stellt, integriert mit dem Business Information Warehouse, eine Absatzplanung bereit.

Service-Level:
Die Service-Level legen im Vertrag zwischen dem Softwarehaus oder IT-Dienstleister und den Kunden in sogenannten Service-Level-Agreements (SLAs) genau die zu erbringende Service-Qualität fest. Diese kann anhand bestimmter Parameter wie der durchschnittlichen Erreichbarkeit des User Helpdesks als größer 95 Prozent definiert werden.

Service-orientierte Architektur (SOA):
Ein weiterer Schritt hin zu der Vision, IT und Geschäftsprozesse genauer zu synchronisieren, wird Wirklichkeit. Statt einem bestimmten Geschäftsprozess wie ehemals eine fixe, monolithische IT-Lösung zuzuweisen, arbeitet SOA mit kleineren Einheiten. Die einzelnen, wieder verwendbaren „Business-Services“ werden lose gekoppelt und je nach Geschäftsprozess konfiguriert. Analog zu einem herkömmlichen Kaufvorgang bezieht ein bestimmter Geschäftsprozess aus einem Angebot von Einzel-Services die von ihm benötigte Kombination und erhält so seine maßgeschneiderte, von einzelnen Systemen unabhängige IT-Unterstützung.

Single Point of Contact (SPOC):
SPOC hat in diesem Fall nichts mit Raumschiff Enterprise zu tun, sondern stellt in der Welt der IT-Services und des Outsourcings die Schnittstelle der Endnutzer zu den Service-Mitarbeitern dar. Jede Leistungsanforderung wird zunächst an den User Helpdesk weiter geleitet. Von dort aus werden die eingehenden Anfragen schließlich bearbeitet. Beim höchsten möglichen Service-Level steht der SPOC den Unternehmen an 365 Tagen 24 Stunden rund um die Uhr zur Verfügung.

Software as a Service (SaaS):
Das innovative „Software as a Service“-Konzept ist dabei, sich dauerhaft am Markt zu etablieren. Analysten gehen davon aus, dass wir auch in Deutschland in den nächsten Jahren ein kontinuierliches Wachstum der Angebote und auch der Nutzung dieser Möglichkeiten erleben werden. Der entscheidende Punkt bei Software as a Service sind die Lizenzbedingungen, die anders sind als im klassischen Software- und auch teilweise im On Demand-Geschäft. Lupenreine SaaS-Anbieter vermieten ihre Software und rechnen nach der tatsächlichen Nutzung ab. Darüber hinaus stellen sie die Applikationen und die notwendige Infrastruktur über das Internet zur Verfügung.

Transitionsphase:
Unter Transitionsphase wird die frühe Projektphase verstanden, wo der IT-Service-Dienstleister beim beauftragenden Unternehmen bereits für die alte IT-Infrastruktur bis zum erfolgten „Rollout“ der neuen den Service leistet.

User Helpdesk (UHD):
Umfangreiche IT-Outsourcing-Projekte werden bei den großen IT-Service-Dienstleistern wie Accenture, CSC, T-Systems und anderen in der Regel zusammen mit einem speziellen Callcenter, dem User Helpdesk, angeboten. Dort werden die im Outsourcing-Vertrag vereinbarten Support-Dienstleistungen ausgeführt.

Hinweis: Siehe auch den ersten Teil des IKT-Glossars.
 



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