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Unisys und Deutsche Telekom:

Hand in Hand im weltweiten Großkundengeschäft

Um multinationalen Kunden ein  weltweit identisches, integriertes Angebot an IT- und Telekommunikationsdiensten  anbieten zu können, haben die Unisys Corporation und die Deutsche Telekom AG  eine gemeinsame Service- und Produktpalette unter dem Namen „Global Desktop  Services“ auf den Markt gebracht. Auch nach der brandaktuellen Übernahme des  debis Systemhauses durch die Deutsche Telekom benötigt der TK-Riese für seine Internationali- sierungsstrategie den globalen Partner Unisys vor allem in Asien und in Nordamerika.

„Wir haben Anfang vergangenen Jahres zeitgleich mit der Deutschen Telekom AG und ihren Tochtergesellschaften DeTeCSM, dem IT-Leistungserbringer im Konzern, und DeTeSystem als Systemhaustochter und Vertriebskanal für Telekom-Großkundenprojekte begonnen, Gespräche zu führen“, so Ulrich Max Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Unisys Deutschland GmbH zur Entstehungsgeschichte der neuen Allianz. Die Unternehmen hatten sich vorgenommen, die sog. Global Desktop Services in weltweitem Maßstab aufzugreifen. Müller: „Im Dezember haben die Partner: Unisys Corporation, Unisys Deutschland GmbH, Deutsche Telekom AG, DeTeCSM und DeTeSystem den Vertrag unterschrieben. Während der CeBIT ist noch die Telekom-Tochter DeTeLine dazugekommen.“

Umfassendes weltweites Angebot

Hinter dem Produktnamen Global Desktop Services verbirgt sich ein umfassendes weltweites Angebot von Dienstleistungen, das von Consulting und Einkauf über Installation bis hin zur Integration von Netzen sowie Instandhaltung von Einrichtungen, ferngesteuertem Netzmanagement, Desktop-Unterstützung und Helpdesk-Diensten für den Endnutzer reicht. Die neue Partnerschaft zwischen Unisys und Deutsche Telekom rankt sich also um nahezu alle Produkte und Services des deutschen Telekommunikationsriesen, die nötig sind, um beispielsweise PCs in Brasilien in Betrieb zu nehmen oder ein Local Area Network in Indonesien aufzubauen. Dabei steht der Arbeitsplatzrechner im Vordergrund und nicht das Rechenzentrum. Es geht um die einheitliche Gestaltung der Arbeitsplatzumgebung, den gesamten LAN- und WAN-Bereich und die Kommunikation über die Kontinente hinweg. Vom Produktportfolio deckt das global agierende Unternehmen Unisys mit „Headquarter“ in Blue Bell, Pennsylvania/USA, weltweit die entsprechenden Leistungen ab, für die in Deutschland die Deutsche Telekom zuständig ist. Müller: „Wir übernehmen für die Top 200 und einen erweiterten Kundenbereich weltweit diese Services vom Design bis hin zur Implementierung.“

Klassische Win-Win-Partnerschaft

Für Unisys als IT-Serviceunternehmen besteht der „Added Value“ in der neuen Partnerschaft insbesondere darin, mit einem der großen Telekommunikationsplayer zusammenzuarbeiten. Die Bedeutung für die Deutsche Telekom liegt vor allem in der Chance ihre Produkte und Services, die sie über ihre Tochtergesellschaften DeTeCSM, DeTeLine und DeTeSystem in Deutschland anbietet, auch im Ausland umzusetzen. Müller: „Da haben wir unsere besonderen Stärken. Unisys ist nahezu weltweit in jedem Land vertreten.“ Mit vereintem Know-how können die Global-Desktop-Partner zwei Arten von Services aus einer Hand anbieten: Zum einen die TK-Services, die von der Deutschen Telekom kommen, und die IT-Services, die Unisys in enger Zusammenarbeit mit DeTeCSM, DeTeLine, DeTeSystem und den Usern entwickelt. Gemeinsam wollen die Partner potentiellen Kunden - wie beispielsweise Firmen, die in ihren Auslandsniederlassungen nicht auf die gewohnte IT-Infrastruktur verzichten mögen - einen einheitlichen standardisierten Service in hoher Qualität anbieten. Für die deutsche Unisys GmbH hat das Abkommen zur Folge, dass die weltweite Projektkoordinierung, Preisgestaltung und Angebotsentwicklung von einem sog. Global Project Office (GPO) aus stattfinden wird, das am Standort der Deutschen Niederlassung in Sulzbach/Ts. bei Frankfurt am Main eingerichtet wurde. Für die Kunden der Deutschen Telekom ergibt dies den Vorteil, dass sie über einen festen Ansprechpartner verfügen und die gesamte Koordination aus einer Hand bekommen. Müller: „Ein Vertrag muss auch von den Menschen, die für die Umsetzung verantwortlich sind, auch gelebt werden. Dies geschieht bei uns im GPO.“

Weitergehende Perspektiven

Der Vertrag zwischen beiden Unternehmen hat keine Endlaufzeit und ist so gestaltet, dass auch über weitere Produktportfolios gesprochen werden kann. So kann sich der Unisys Deutschland-Chef beispielsweise vorstellen, zukünftig auch über die Global Desktop Services hinausgehende Dienstleistungen in die Partnerschaft einzubinden. Müller: „Ich denke dabei an eine mögliche Zusammenarbeit im Application Hosting oder bei eBusiness-Lösungen.“ Konkrete Zahlen und Umsatzerwartungen sind von den beteiligten Unternehmen noch keine zu bekommen: „Wenn wir über die Top 200 Kunden, sogar über die Top 300 und 400 reden, wird schnell klar, dass wir über eine große Summe sprechen“, so der Geschäftsführer Unisys Deutschland. Bei der Mitarbeiterzahl, die in diesen Unternehmen arbeiten, den weltweit zu installierenden Desktops, ginge es nicht um zehn PC, sondern in der Regel um größere Einheiten. Müller: „Für diese gilt es eine einheitliche Arbeitsplatzumgebung zu gestalten, sie zu vernetzen - und zwar weltweit gemäß dem in Deutschland gewohnten Standard.“

„Für beide Unternehmen ist es zunächst besonders wichtig, dass unsere eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen, welche Vorteile der Kunde aus dem Vertrag heraus bereits in der Angebotsphase hat“, zieht der Unisys Deutschland Chef Müller sein Resümee. Dank der aktuellen Unternehmenspartnerschaft zwischen Unisys und Deutsche Telekom könne der Nutzer auf einheitliche weltweit verfügbare IT- „Skills“ zugreifen. Müller abschließend: „Es ist einfach etwas anderes, wenn man beispielsweise ein Netzwerk in Brasilien plant, und vor Ort die lokalen Anforderungen und Gegebenheiten kennt, als von Deutschland aus sich ad hoc irgendwelcher Ressourcen zu bedienen.“

Veröffentlicht in: „VDI-Nachrichten“

© Harald Lutz 2000
 



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