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Natixis-Bank:

Umzug als Chance für Modernisierung der TK-Infrastruktur genutzt

Im Rahmen eines Komplettumzugs des Handelsraums hat die heutige Zweigniederlassung Deutschland der Natixis, ehemals Ixis Corporate & Investment Bank, in Frankfurt am Main die sich bietende Chance genutzt, ihre TK-Infrastruktur von angehäuften Altlasten im Bereich der Leitungsverbindungen zu bereinigen, neue Kommunikationsverbindungen über Standleitungen aufzubauen und das System insgesamt auf den neuesten Stand der digitalen Technik zu bringen. Bei der Ausrüstung des Handelsraums fiel die Wahl wieder auf ein Etrali-Trading-Spezialsystem für das Börsenparkett von Orange Business Services –   Trading Solutions.

Foto: Natixis

„Wir sind froh, dass wir unseren alten Standort in der Bockenheimer Landstraße mit seiner ganzen Verkabelung und anderen Unzulänglichkeiten aufgeben konnten“, werfen Theo Mehlen, Abteilungsdirektor Informationssysteme bei Natixis, und sein Mitarbeiter, der Netzwerktechniker Karl-Heinz Stefani, einen Blick zurück. Die deutsche Niederlassung des französischen Wertpapierhandelshauses arbeitete bis Ende 2004 noch mit einer vollständig analogen Telefonanlage – auch im Wertpapiergeschäft. Die analogen Zeiten gehören bei Natixis zum Glück der Vergangenheit an: Die Bank hat den Umzug des 1991 in Frankfurt am Main eröffneten Handelsraums dazu genutzt, ihre Telekommunikationsinfrastruktur neu auszurichten. Mehlen: „Unser Umzugsprojekt war alles andere als banal. Im Resultat konnten die Händler vom ersten Tag an mit der neuen Anlage problemlos arbeiten.“ Für den benötigten Komfort der Trader und Broker sorgt Im Trutz Frankfurt – dem neuen Natixis-Domizil – heute eine Etradeal-Tradinganlage mit 60 angeschlossenen Händler-Turrets. Das Etrali-Spezialsystem wurde mit einer Alcatel-TK-Anlage über einen 2-MB-Link mit bis zu 30 Kanälen verbunden. Mehlen: „Wir haben eine langjährige Geschäftsbeziehung zu Orange Business Services und es war daher nie im Gespräch, zu einem anderen Anbieter zu wechseln.“

Anbindung des Trading-Systems an die TK-Anlage

Die Basis-Telefonanlage von Alcatel ist mit dem Etrali-Trading-System über eine QSIG Anbindung vernetzt. Somit kommen bei Natixis Deutschland auch nach dem Umzug wieder zwei verschiedene, aufeinander aufbauende TK-Systeme zum Einsatz: „Im ganzen Haus hat jeder Mitarbeiter ein Telefon, sei es ein Etradeal-Turret, sei es ein herkömmliches Telefon“, erläutert Stefani. Dementsprechend verfügt auch jeder Händler über eine übliche Telefonnebenstelle. Eingehende Gespräche werden daher zunächst auf der Basis-Telefonanlage dargestellt und verwaltet – egal, ob es sich um ein IP-Phone, eine analoge Nebenstelle oder eben eine Netzwerkstation wie die Etrali-Turrets handelt. Zusätzlich jedoch verfügen die Händler für ihr Geschäft über einen Hauptanschluss auf der Etradeal-Tradinganlage. Stefani: „Zum einen sind unsere Händler damit, wie jeder andere Nutzer im Haus auch, über eine normale Nebenstelle ansprechbar. Zum anderen verfügen sie über Gruppenrufnummern, die aus dem Provider-Netzwerk auf der Etradeal-Anlage eingehen.“

Weshalb dieser doppelte Aufwand, fragt sich der unbedarfte Anwender. „Im Etrali-Tradingsystem gibt es verschiedene Funktionalitäten, die ausschließlich unsere Wertpapierhändler nutzen“, klärt der Abteilungsleiter Informationssysteme Mehlen auf. Als Beispiel nennt er das Open-Broadcast-Modul, mit dessen Hilfe Standleitungen zu Geschäftspartnern in ganz Europa realisiert wurden. Alle Wertpapierhändler sind bei Natixis Deutschland daher über das Etrali-System verbunden. Damit hat die Bank für das Handelsgeschäft nur einen Ansprechpartner und eine 2-Megabit- Etrali-CAS-Leitung. Mehlen: „Das reduziert den gesamten Administrationsablauf erheblich.“

Einen weitereren Pluspunkt, den eine „normale“ TK-Anlage den Händlern so nicht bietet, sehen die beiden ITK-Profis in der Benutzerführung. Mehlen: „Die Etrali-Turrets ermöglichen es unseren Wertpapierhändlern, komfortabel mehrere Gespräche gleichzeitig zu führen.“ Für den Einsatz einer speziellen Tradinganlage spreche nicht zuletzt auch die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gesetzlich verordnete Sprachaufzeichnung für das Wertpapiergeschäft. Um diese Auflagen korrekt zu erfüllen, kommt bei der Bank das Add-on-Produkt Etralog auf Basis eines Loggers von Nice zum Zuge. „Damit können wir sehr komfortabel auch länger zurückliegende Gespräche jederzeit abhören“, sagt Mehlen. Die eingehenden Gespräche werden heute auf Festplatten aufgenommen; früher war das nur über Bandaufzeichnungen möglich.

Standleitungen für den konzernweiten Datenaustausch

Als einen ganz besonderen Clou haben die französischen Banker mit Hilfe von Etrali-Etr@net ihre innereuropäische Konzernkommunikation auf zwei 45-Megabit- ATM-Standleitungen realisiert. Dabei fungiert die deutsche Zweigniederlassung im Frankfurter Westend quasi als ein Knoten in einem Viereck. Die Daten erreichen die Pariser Zentrale am Quai Austerlitz über den Umweg von nur einer Station. Als Ausweichmöglichkeit steht mit London die gegenüberliegende Station ebenfalls für den Datentransfer Frankfurt – Paris bereit. Mehlen: „Neben diesen zwei Gateways unterhalten wir keine weiteren Leitungen mehr. Das bedeutet in der Praxis eine erhebliche Kostenersparnis.“

Alles in allem ist das neu aufgebaute digitale TK-System bei Natixis Deutschland seit dem Umzug erheblich wartungsfreundlicher geworden. Vor allem um die Gefahr möglicher Ausfallzeiten im Kerngeschäft zu reduzieren, hat sich die Bank dafür entschieden, mit Orange Business Services einen speziellen Wartungsvertrag für die Etradeal-Makleranlage abzuschließen. Stefani: „Insbesondere bei der Einrichtung neuer Leitungen und ähnlichen Aufgaben ist es sehr nützlich, dass die Orange-Technikerkollegen stets erreichbar sind, um mit Ihnen gegebenenfalls auch einen Termin vor Ort vereinbaren zu können.“ Beide Unternehmen profitieren von der räumlichen Nähe in der deutschen Bankenmetropole, die kurze Antwort- und Reaktionszeiten garantiert. Mehlen: „Es kann sogar vorkommen, dass bei bestimmten Gemeinschaftsprojekten mit Paris Orange Business Services in Frankreich uns in Frankfurt hilfreich zur Seite steht.“

Mittlerweile können Theo Mehlen und Karl-Hein Stefani nicht ohne Stolz auf über drei Jahre erfolgreichen Praxisbetrieb ihres von überfälligen Altlasten befreiten und auf den neuesten Stand der Technik gebrachten Tradingsystems blicken. Nicht nur im Handelsraum versehen die Etrali-Spezialkommunikationslösungen reibungslos ihren Dienst. Wenn es in der jüngeren Vergangenheit zu unangenehmen Situationen kam, waren Leitungsprobleme die Ursache, die nichts mit der eigentlichen Anlage zu tun hatten. Mehlen resümiert: „Das ist wohl der wirklich größte Erfolg unseres anspruchsvollen Umzugsprojekts.“

Lesen Sie mehr:

Fallstudie Baader Wertpapierhandelsbank
(PDF-Download)

Veröffentlicht in: „Computer Zeitung“

© Harald Lutz 2008
 



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